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Die Geschichte der Schönwalder Feuerwehr

Im Jahre 1904 wurde die Freiwillige Feuerwehr Schönwalde ins Leben gerufen. In der Zeit davor bestand eine sogenannte „Feuerbereitschaft“, zu der alle Einwohner des Dorfes verpflichtet waren. Eine einfache Handdruckspritze und Wassereimer standen dabei für die Brandbekämpfung zur Verfügung.

Gründungsfoto 190402

Gründungsbild aus dem Jahre 1904

Nach der Gründung wurde eine modernere, von Pferden gezogene, Handsaugdruckspritze angeschafft. Für diesen Kauf nahm der damalige Gemeindevorsteher Meinicke ein Darlehen von 1000 Reichsmark bei der Niederbarnimer Kreissparkasse auf. Die Spritze war mit den seinerzeit wichtigsten Gerätschaften zur Brandbekämpfung ausgerüstet und bot sechs Kameraden einen Platz zum mitfahren. Um bei Brandeinsätzen die Spritze transportieren zu können, wurde innerhalb des Dorfes ein Vorspanndienst eingerichtet. Jeder Bauer war dadurch jeweils für einen Monat verpflichtet, mit seinen Pferden die Feuerbereitschaft zu halten. Die Spritze war bis Anfang der dreißiger Jahre voll im Einsatz.
Sie ist noch heute funktionstüchtig und im Besitz der Schönwalder Feuerwehr.

Spritze & Mannschaft   Spritze 2004
Unsere Handsaugdruckspritze „damals & heute“

Ein weiteres Darlehen von 6500 Reichsmark, ermöglichte im Jahre 1906 den Bau eines Feuerwehrdepots. Das zu dieser Zeit schon sehr großzügig errichtete Gebäude wurde in den dreißiger Jahren um einen Trocken- und Steigeturm erweitert. Der Turm diente in erster Linie zur Trocknung der Feuerwehrschläuche und wird auch heute noch dafür verwendet, ebenso für Ausbildungszwecke.

Aus damaligen Zeitungsberichten geht hervor, dass auch schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts eine ortsübergreifende Unterstützung der regionalen Wehren stattfand. Die Schönwalder Wehr war demnach an der Brandbekämpfung in vielen Nachbarorten beteiligt und konnte sich als zuverlässiger Partner etablieren.

Sogar die technischen Gerätschaften wurden in den Jahren bis 1945 noch weiter verbessert. Die erste Motorspritze auf einem Anhänger mit Pferde-Vorspanndienst wurde ca. 1929 angeschafft. Etwa ein Jahr später konnte man schon ein Zugfahrzeug vom Typ „NAG“ für diesen Anhänger vorweisen, auf dem auch die Mannschaft Platz hatte. Damit war das „Pferdezeitalter“ in der Schönwalder Feuerwehr vorbei.

Zeitungsausschnitt von 1935
Zeitungsausschnitt von 1935
(hier wird das erste Zugfahrzeug und der Bau des Trocken- und Steigeturmes erwähnt)



Das erste komplette Löschfahrzeug mit tragbarer Motorspritze von Typ „Opel-Blitz / TS-8“ wurde 1941 in Betrieb gestellt.

LF von 1942
Überführung des Löschfahrzeuges im Jahr 1942 aus Jöhnstadt, Sachsen
(kurze Rast am Völkerschlachtdenkmal in Leipzig)

Zeichnung 1 Opel Blitz TS 8 von 1942


Zeichnung 1.1 Opel Blitz TS 8 von 1942
Schematische Zeichnungen vom Opel-Blitz / TS-8, 1942 (40er Jahre)

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges standen die Kameraden der Feuerwehr Schönwalde allerdings vor dem Nichts. Alle Bestände an Technik, Geräten und Ausrüstung waren vernichtet oder entwendet worden. Auch das Löschfahrzeug war nicht mehr vorhanden. Trotzdem war die Schönwalder Wehr in unserer Region eine der ersten, die ihre Arbeit wieder aufnahm. Aufopferungsvoll, in freiwilligen Arbeitseinsätzen, wurden eine alte Motorspritze und ein alter Anhänger als Gerätewagen aufgebaut. Es war nicht einfach. Selbst Ende der vierziger Jahre kam es zum Beispiel oft vor, dass die Kameraden in einem alten Pkw zur Brandbekämpfung ausrücken mussten. Viele Kameraden aus dieser Zeit arbeiteten noch lange Jahre in den aktiven Reihen der Schönwalder Wehr mit. Zu Ihnen gehörten unter anderem die Kameraden Willi Braune, Franz Vogel, Otto Kroggel, Werner Pflugradt sen., Otto Melzow und Gerhard Mallabar. Sie haben wesentlich das Gesicht unserer Wehr geprägt.

1950 wurde schließlich vom Rat des Kreises Bernau ein komplett aufgebauter Tragkraftspritzenanhänger (TSA), bestückt mit den wichtigsten Gerätschaften zur Brandbekämpfung, der Schönwalder Feuerwehr übergeben. Zur Bewegung dieses Anhängers war wiederum die Einrichtung eines Kfz-Vorspanndienstes nötig.

TSA von 1950 a

TSA von 1950 b
Der TSA beim 50. Jubiläum im Jahre 1954 (mit geborgtem Zugfahrzeug)

Aus Mitteln, die von den Kameraden in freiwilligen Einsätzen erarbeitet wurden (z.B. beim Verlegen von Rohrleitungen) konnte im Jahr 1956 ein altes Fahrzeug vom Typ „Opel“ (Baujahr 1935) angeschafft werden. Es wurde zu einem brauchbaren Mannschaftstransport- und Zugfahrzeug umgebaut. Es wurde bis 1964 genutzt und musste dann, aufgrund eines Rahmenbruchs, aus dem Verkehr gezogen und stillgelegt werden.

Verlegen von Rohrleitungen
Die Kameraden beim „Geld verdienen“ (60er Jahre)

Kfz Brief vom Opel Blitz aus den 50ern
Der Kfz-Schein des alten Opel (1959 – 1964)


 Noch im gleichen Jahr übergab der Rat des Kreises ein komplettes Löschfahrzeug von Typ „K30-Garant“ (Baujahr 1956) an die Schönwalder Wehr.

1978 wurde es durch ein Löschfahrzeug neuerer Bauart vom Typ „LF-LKW-TS8“(LO 1800 ROBUR) inkl. einem Schlauchtransportanhänger (STA) ersetzt. Zur Ausrüstung dieses Fahrzeuges gehörten dann auch Funkgerät und Druckluftatemgeräte.

LF-LKW-TS 8 (LO 1800 ROBUR)
LF-LKW-TS-8 (LO 1800 ROBUR)

In den darauf folgenden Jahren bis Ende 1989, wurden der Schönwalder Wehr zur Absicherung ihrer Einsatzbereitschaft weitere Technik und Gerätschaften übergeben. Dazu zählten u. a. ein Tragkraftspritzenanhänger (TSA), ein Motorrad und eine Kettensäge.

Nach dem Mauerfall wurde 1990 ein Tanklöschfahrzeug neuerer Bauart vom Typ „TLF 16-W50“ an die Schönwalder Wehr übergeben. Dieses war zur damaligen Zeit auf dem nicht weit entfernten DDR-Regierungsobjekt „Schloss Dammsmühle“ stationiert und wurde dort nach der Wende nicht mehr genutzt.

TLF 16-W50
ein baugleiches TLF 16-W50 bei einer Schauvorführung (90er Jahre)

In den nächsten Jahren wurde weiterhin ein Kleinlöschfahrzeug vom Typ „KLF B1000/Barkas“ angeschafft, welches hauptsächlich der Jugendfeuerwehr zu Ausbildungszwecken diente.

Mitte der neunziger Jahre wurde vom Amt Wandlitz ein Investitionsplan zur Erneuerung der Feuerwehren des Amtes erstellt und glücklicherweise auch beschlossen. Nach und nach konnten so alle Ortswehren zeitgemäß ausgerüstet und modernisiert werden.

Zum Ende der neunziger Jahre wurde das Gerätehaus in Schönwalde für Technik und Mannschaft langsam zu klein. Im August 1997 konnte schließlich der Grundstein für einen Anbau gelegt werden. Damit verbunden war ebenfalls die Sanierung des alten Depots mit Steige- und Trockenturm. Ein Jahr später konnten wir unser umgebautes und saniertes Gerätehaus samt Anbau beziehen. Jetzt war es endlich möglich, unsere Ausrüstung und unsere Fahrzeuge fachgerecht unterzubringen. Ein größerer Schulungsraum sowie zusätzliche Umkleide und Sanitärräume waren ebenfalls ein Ergebnis dieser Baumaßnahme.

Investiert wurde aber auch in die Technik. Im November 2002 erhielt die Schönwalder Wehr ihr erstes neues Tanklöschfahrzeug vom Typ „TLF 16/46“. Unsere Gemeindevertretung ermöglichte es ebenfalls, Gelder für ein neues Mannschaftstransportfahrzeug bereitzustellen. Dieser MTW vom Typ „Mercedes Vito“ konnte im Juni 2003 in Empfang genommen werden. Aus taktischen Gründen wurde im Dezember des gleichen Jahres ein neuwertiges Löschgruppenfahrzeug nach Schönwalde überstellt. Dieses „LF 8/6“, welches zuvor in einem Nachbarort eingesetzt war, ist vorerst das letzte Fahrzeug, welches die Schönwalder Wehr erhalten hat.

Mit dem LF 8/6, dem TLF 16/46 und dem MTW stehen unserer Wehr somit drei hochwertige Einsatzfahrzeuge zur Verfügung, auf die alle Kameraden stolz sind. Das gilt ebenso für die Einsatzkleidung, welche in den letzten Jahren auf den neusten Stand gebracht wurde.

(Text: Kam. Dieter Ströhmann, Kam. Sven Schneidewind)

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